Was sind Bestsellerlisten?

Sobald ein Buch auf einer „Bestseller-Liste“ steht, verkauft es sich gleich noch mal so gut.
Aber wo kommt diese Liste eigentlich her? Bekannt ist sicherlich die Bestsellerliste der Zeitschrift „Spiegel“, die jedoch nicht die erste oder einzige ihrer Art ist.

Grundsätzlich werden auf einer Bestsellerliste Bücher aufgeführt, deren Verkaufszahlen über dem Durchschnitt liegen. Diese Liste gibt es schon seit 1895, als in Nordamerika die Literaturzeitschrift „The Bookman“ sie erstmals aufstellte. Dadurch ließen sich die Bücher marketingtechnisch besser an den Mann oder die Frau bringen. Problematisch war und ist allerdings, dass gezielt vermarktete Bücher aufgrund ihrer Präsenz in den Medien verstärkt gekauft werden, was zwar mengenmäßig gut zu Buche schlägt, aber nichts über Inhalt und Qualität aussagt. Sprich: Nur weil ein Buch ein Bestseller ist und auf einer Liste steht, muss es noch lange nicht gut sein.

Der Trend schwappte 1927 nach Deutschland, als die Zeitung „Die literarische Welt“ damit begann, in unregelmäßigen Abständen Bestsellerlisten zu veröffentlichen. Eines der ersten Bücher auf der Liste war „Steppenwolf“ von Hermann Hesse. Der Trend konnte sich leider nicht halten, weil die Leute sich nicht dafür interessierten und so wurden die Listen im Jahr darauf bereits wieder eingestellt. Bereits 1929 kam es jedoch wieder zu einem Aufschwung, als der Ullstein-Verlag das Buch „Im Westen nichts Neues“ (von Erich Maria Remarque) mit aller Macht bewarb, was die Verkaufszahlen in ungeahnte Höhen trieb und eine rasche Verfilmung sowie mehrere Übersetzungen und ähnliche Projekte zur Folge hatte. Das Buch erreichte Verkaufszahlen in Millionenhöhe.

1960 zog DIE ZEIT mit eigenen Listen nach gefolgt vom SPIEGEL. 1961 bis 1971 sammelte das Institut für Demoskopie in Allensbach die für die Listen notwendigen Daten, ab 1972 war dies Aufgabe des Branchenmagazins BUCHREPORT. Die Spiegel-Liste ist eines der wichtigsten Instrumente des Marketings der aktuellen Buchbranche.

Es existieren daneben noch weitere Listen, u.a. eine, die auf den BUCHREPORT beruht bzw. auf die tatsächlich verkauften Bücher des Großhändlers und Barsortimenters Umbreit. Auch LIBRI und AMAZON sowie einige andere Zeitschriften haben eigene Listen.

Testweise wollte ich heute einen Blick in die Liste von FOCUS werfen, um sie mit der SPIEGEL-Liste zu vergleichen, doch die Seite ist online nicht verfügbar. Stattdessen findet man auf dem entsprechenden Link (http://www.focus.de/suche/Bestsellerliste) mehrere Infos und auch weiterführende Links wie z. B. zu Amazon oder zur Spiegel-Bestsellerliste …

Beim Spiegel wird man jedoch fündig: http://www.spiegel.de/kultur/bestseller-buecher-belletristik-sachbuch-auf-spiegel-liste-a-458623.html

Dort gibt es die Kategorien Hardcover, Paperback und Taschenbücher sowie Kinder-/Jungendbücher. Jede Kategorie unterteilt in Belletristik und Sachbuch.

In der Hardcover-Liste ist aktuell gleich zweimal Jan Weiler mit seinem unschlagbaren Humor vertreten sowie Jojo Moyes mit einem Liebesroman. In der Fachbuchsparte finden wir den Appell des Dalai Lama an die Welt, endlich wieder ein Werk von Ildikó von Kürthy und auf Platz 5 sogar ein Buch über den „Kämpfer im Vatikan“. Bei den Paperbackausgaben steht auch der Humor ganz vor, Rita Falk, Dora Held und Tommy Jaud liegen auf den ersten drei Plätzen. Weitere Bücher samt Leseproben sind unter dem o.g. Link des Spiegels zu finden.

(Quelle: Wikipedia)