Dieser Roman ist mittlerweile mehrere Jahrzehnte alt, aber immer noch ein Weltbestseller, der in jeder Buchhandlung vorrätig ist. Er wurde millionenfach verkauft und in über 60 Sprachen übersetzt.

Die Geschichte handelt von dem jungen andalusischen Schafhirten Santiago, der seinen Traum verwirklicht, zu reisen und die Welt kennen zu lernen. Die Story führt ihn bis nach Ägypten zu den Pyramiden. Auf dieser Reise gerät er in Höhen und Tiefen. Er verliert sein ganzes Hab und Gut, gerät im Krieg der Wüstenstämme zwischen die Fronten und ist häufig in Lebensgefahr. Aber er verliert nie den Mut und die Zuversicht, akzeptiert keine Niederlage, sondern steht immer wieder auf und geht seinen Weg weiter. Schließlich findet er seine große Liebe und die Information zu einem Schatz in Andalusien. Er reist zurück nach Andalusien, gräbt den Schatz aus und heiratet seine große Liebe. 

Coelho schreibt flüssig und leicht zu lesen. Er hat einen märchenähnlichen Schreibstil. Es erstaunt jedoch, wie viele Lebensweisheiten in diesem relativ dünnen Buch enthalten sind. Coelho zeigt auf, wie wichtig es ist, an seinen Träumen fest zu halten und nicht aufzuhören, an der Erreichung seiner Ziele stringent zu arbeiten. Rückschläge passieren, dürfen einen aber nicht vom gewählten Weg abbringen. Dann erreicht man seine Ziele. In Coelhos Fabel steht am Ende der Schatz und die Liebe des Lebens. Dabei ist es wichtig, im Einklang mit der Natur zu stehen, deren Weisheit zu erkennen und sich nicht an machtorientierten weltlichen Werten zu orientieren. 

Im Gegensatz zu dem einfachen Leben und der kargen Wüstenumgebung, die das Buch beschreibt, finden sich die größten Fans Coelhos scheinbar in ganz anderen Regionen. Es existiert ein Foto von Bill Clinton, auf dem er vertieft ist in dieses Buch. Coelho findet weniger Erwähnung im Kulturteil der Zeitschriften, in Feuilletons oder in Literaturzirkeln. Viel häufiger findet man seinen Namen in Publikationen für Führungskräfte der westlichen Wirtschaft oder trifft ihn als Redner auf Wirtschaftsforen oder Managementveranstaltungen. Coelhos Maxime des Beharrens auf den eigenen Zielen, der Selbsterkenntnis und der Konzentration auf das Wesentliche scheinen auch die Führungskräfte der westlichen Wirtschaft nachdenklich zu machen und bei der Er Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Es ist offensichtlich Motivationsliteratur der anderen Art. 

Aber auch für Nichtmanager ist das Buch lesenswert, Coelhos flüssiger und märchenhafter Erzählstil nimmt den Leser von der ersten Seite an gefangen. Die Lebensweisheiten fügen sich leicht in die Geschichte ein. Coelho wirkt an keiner Stelle oberlehrerhaft sondern regt oft zum eigenen Nachdenken an. 

Ein Buch, das man gerne auch mehrmals liest.

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