Genau wie Jane Austen war Charlotte Brontë eine Pfarrerstochter, die gemeinsam mit ihren Geschwistern Zuhause unterrichtet wurde. Es wurde viel Wert darauf gelegt, ihr eine gute Erziehung angedeihen zu lassen und so wurde sie sogar in einem eigens für Pfarrerstöchter eingerichteten Internat unterrichtet.

Die drei Brontë-Schwestern

Charlotte (21.04.1816 – 31.03.1855) ist die bekannteste des Schwesterntrios, bestehend aus Emily („Wuthering Heights“), Anne („Die Herrin von Wildfell Hall“) und ihr selbst. Dazu kam noch ihr jüngerer Bruder Patrick Branwell. Zwei weitere (ältere) Schwestern wurden schon früh von der Tuberkulose dahingerafft.

Die Geschwister betätigten sich schon recht früh schriftstellerisch und erfanden Fantasiewelten („Angria“ war die gemeinsame Welt von Charlotte und Patrick, „Gondal“ die von Emily und Anne.)

Die winzigen Aufschriebe, die Charlotte damals auf eng beschriebenen Blättern verfasste, wurden für viel Geld versteigert. Das „Musée des Lettres et Manuscripts“ hat bei Sotheby’s eine Abenteuergeschichte von Charlotte, die sie mit 14 Jahren verfasst hatte, für rund 580 000 Pfund ersteigert.

Weil es damals nicht üblich war, als Frau Romane zu veröffentlichen und auch die Inhalte nicht unbedingt hoch angesehen waren, griffen die Schwestern zu männlichen Pseudonymen. Emily veröffentlichte ihre Werke unter dem Namen „Ellis“, Anne benutzte den Namen „Acton“ und Charlotte schrieb unter dem Pseudonym „Currer“ Bell.

Der Ruhm währte leider nur kurz

Abgesehen von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete Charlotte ab 1835 als Lehrerin. Das war auch gut so, denn ihr erstes Buch verkaufte sich praktisch gar nicht und ihr wichtiger Durchbruch gelang ihr erst 1847 mit „Jane Eyre“, das sie ebenfalls als „Currer Bell“ und nicht Charlotte Brontë veröffentlichte.

Der Ruhm und auch ihr weiteres Leben währten nur noch kurz, denn ein weiterer Bestseller gelang ihr nicht mehr. 1854 heiratete sie den Hilfspfarrers ihres Vaters und starb bereits 1855 während ihrer Schwangerschaft mit dem ersten Kind. Damals hatte sie ein neues Werk namens „Emma“ in Arbeit, das unvollendet blieb.

Brontë-Museum

Zu Ehren der Brontë-Schwestern wurde das Brontë Parsonage Museum im alten Pfarrhaus und ehemaligen Wohnort der Schwestern in Haworth, West Yorkshire gegründet. Dort versucht die Brontë Society, eine eingetragene Stiftung, das literarische Andenken an die drei Damen zu wahren. Das Museum steht sogar in der englischen nationalen Denkmalliste.

Biografie-Verfilmung

Die Lebensgeschichte von Charlotte Brontë wurde erstmals in den 1940-er Jahren mit Olivia de Havilland in der Hauptrolle verfilmt. Der Film „Devotion“ basiert allerdings nur locker auf dem Leben der Familie Brontë.

Jane Eyre

Für seine Entstehungszeit sehr modern geschrieben, handelt das Buch von der eher rebellischen Protagonistin Jane Eyre, die als Waise bei ihrer Tante aufwächst und dort nicht gut behandelt wird. Gerne wechselt sie in ein Internat, wo die Lage nicht weniger problematisch ist. Schließlich kommt sie als Gouvernante in das Haus (Thornfield Hall) von Mr. Rochester, in den sie sich prompt verliebt. Das beruht zum Glück auf Gegenseitigkeit, doch Probleme bleiben nicht lange aus, weil in dem Herrenhaus ein furchtbares Geheimnis auf seine Entdeckung wartet …

Jane Eyre als Roman:


DVD Jane Eyre:

 

Foto: Charlotte Brontë (Fotografie von 1854) – https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Bront%C3%AB#/media/Datei:CharlotteBronte.jpg