Dieser Klassiker war seit den 40er Jahren eine utopische Zeitreise, und mit Rückblick von heute wirkt das Buch wie ein Drehbuch, ja fast schon wie eine Vision, die der Autor mit großer Klarheit beschrieben hat. Insbesondere in Sprache und Ausdruck ist 1984 in vieler Hinsicht „besonders“:

Viele Worte, die auch heute in unserem Sprachgebrauch sind, stammen als Erfindung des Autors aus dessen Feder. „Neusprech“, „Zwiedenken“ oder „Doppeldenk“, zwei Wortschöpfungen, die deutlicher nicht auf den Punkt bringen könnten, was die heutige Politik ausmacht. Fast schon beängstigend ist das im Buch erfundene„Ministerium für Wahrheit“, das Gedankenkontrolle betreibt und Gedankenverbrechen verfolgt, wenn man die Entwicklung zu heute vergleicht, wo die Regierung Bürger mittlerweile schon für Gefühle wie „Hass“ verfolgen kann.

Alles in allem ist 1984 ein Buch, das 1948 von George Orwell geschrieben wurde, und eine utopische Zukunft im Jahr 1984 beschreibt.

Orwell bedient sich ähnlich wie im Film „Matrix“ einer Sichtweise eines Protagonisten, der sich dem System entziehen und es erforschen will, statt sich ihm willenlos unterzuordnen. Die Welt, die er beschreibt, ähnelt erschreckend der heutigen Zeit, wo eine allgegenwärtige Überwachung und politische Gehirnwäsche zur Eliminierung der Individualität dient. Die Darstellung, dass drei Supermächte Krieg in der Peripherie führen (Ähnlichkeiten zu heutigen Stellvertreterkriegen wohl nicht rein zufällig), der es ihnen ermöglicht, die Bevölkerung in einem permanenten Mangelzustand zu halten, bewirkt unwillkürlich, dass man sich geistig Syrien, Irak und Afghanistan vorstellt. So, wie uns Politiker weismachen wollen, dass unsere Freiheit am Hindukush verteidigt würde, so hat auch Orwells Regime den Bürgern die Notwendigkeit von Kriegen schmackhaft gemacht.

„Krieg ist Frieden“ lautete hier die Aussage. Es ist auch faszinierend, wenn man das System des Doppeldenk auf die heutige Politik umlegt. So erzählten in 1984 die Politiker, wenn die Partei sagt, 2+2=5, dann reicht es nicht, dies nur als richtig zu bezeichnen, der Bürger müsse das auch wirklich glauben. Braucht man dann wissenschaftlich ein anderes Ergebnis, so müsse man diesen Widerspruch tolerieren. Das ist Doppeldenk. Genauso geht das heute auch mit dem einen oder anderen aktuellen Thema.

Das beunruhigendste Element im Buch sind die „Gedankenverbrechen“, die schon durch allein durch das Anzweifeln staatlicher Denkvorgaben verübt werden. Mittlerweile ist nicht mehr klar, ob 1984 eine rein fiktive Science-Fiction, oder eine geheimes Strategiepapier war, das geleakt wurde. In jedem Fall aber ist 1984 eine Warnung vor allzu übergriffigem Staatswesen, einem totalitären Überwachungsstaat und der Unfähigkeit der Bevölkerung zu selbständigem Denken.

Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre in Schulen werden, denn es warnt vor den Gefahren eines stalinistisch/kommunistisch geführten Staates.

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