6 Fragen an … Mike Vogler

Heute haben wir einen bekannten Sachbuchautoren und privaten Forscher aus Dresden im Interview. Mike Vogler interessierte sich schon als Junge für die spannenden historischen Geschichten von Alexandre Dumas und Victor Hugo.

Später war die Faszination für historische Themen so groß, dass er 2006 selbst zur Feder griff, oder eher zum PC, um sein Buch über den Heiligen Gral („Mysterium Heiliger Gral“) zu schreiben. Seither sind viele weitere spannende historische Sachbücher mit Schwerpunkt Mythen und Legenden erschienen. Zuletzt war er „Auf der Jagd nach dem Bernsteinzimmer“.

Leseproben zu seinen Büchern bietet der Autor auf seiner Webseite an. Was es über ihn sonst noch zu wissen gibt, erzählt er uns heute persönlich.

 

Bücherwurm: Lieber Mike, vielen Dank, dass du uns heute die Ehre erweist. Lass uns direkt ohne Umschweife einsteigen. Auf deiner Webseite hast du erwähnt, dass es in der damaligen DDR nicht einfach war, an Bücher zu kommen.

War dein Interesse an historischen Themen der Tatsache geschuldet, dass es vielleicht nichts anderes gab oder hättest du theoretisch auch zu anderen Themen greifen können? Wie muss man sich das vorstellen?

Mike: Erst einmal vielen Dank, dass ich hier meine Forschung und literarische Arbeit vorstellen darf.

Thema DDR; es war ja jetzt nicht so, dass es keine Bücher gab. Der Markt war nur eben viel kleiner als heute. Mein Interesse für Geschichte und Literatur wurde schon frühzeitig in der Schule geweckt. Da meine Mutter im Handel arbeitete, hatte sie auch die berühmten „Beziehungen“ zu Buchläden, sodass ich recht gut versorgt war. 

Bücherwurm: Du hast für dein erstes Buch das Thema „Heiliger Gral“ gewählt. Dafür konntest du nach dem Mauerfall auf „westliche“ Bücher zurückgreifen.

Was macht für dich den Reiz dieses Themas aus und warum hast du dich dazu entschieden, nicht einfach weitere Bücher darüber zu lesen, sondern selbst eins zu schreiben? Wolltest du schon immer schreiben und das Thema bot dir die erste Gelegenheit?

Mike: Zum Thema „Heiliger Gral“ kam ich durch die Lektüre diverser Romane über König Artus und die Tafelrunde.

Am Gral fand ich von Anfang an die mystisch-geheimnisvolle Aura spannend, welche diesen vermeintlichen Gegenstand umgibt. Ich habe dann viele Sachbücher zum Thema gelesen, fand aber, dass immer nur Teilaspekte behandelt wurden. Daher entstand die Idee, selbst ein Buch zu verfassen, das alle relevanten Informationen beinhaltet. 

Bücherwurm: Du hast mit dem Gral einen erfolgreichen Start hingelegt und dich dann mit „Hexen, Teufel und Germanen“ einer andere Epoche zugewandt. Auch in der Folge sind seither mit deinen „Düsteren Legenden“ und „Lost Places“ hauptsächlich Sachbücher erschienen, für die du persönlich auf Forschungs- und Entdeckungsreise gegangen bist.

Woran liegt es, dass du so gerne Sachbücher schreibst und nicht plötzlich Romane oder Kochbücher ins Visier genommen hast? Oder müssen wir mit solchen Überraschungen rechnen?

Mike: Da sag ich mal „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Ich habe es mal mit einem Krimi versucht, aber schnell wieder bleiben lassen. Ich brauche für meine Bücher konkrete Fakten, die ich verarbeiten kann. Mir selbst Geschichten ausdenken kann ich nicht. Es wird also in Zukunft weiterhin Sachbücher von mir geben. Eine kleine Ausnahme ist der Kalender „Lost Places 2020″, an dem ich beteiligt bin und der Ende August erscheint.

Bücherwurm: Für deine Bücher bist du viel unterwegs und nimmst die Orte des Geschehens persönlich unter die Lupe. Brauchst du dafür auch Sondergenehmigungen? Und welche Ausrüstung nimmst du mit? Machst du nebenbei Notizen oder sprichst du deine Erkenntnisse in ein Diktiergerät? Hast du zur Sicherheit jemanden dabei?

Kurzum: Wie müssen wir uns eine solche Forschung für deine Bücher vorstellen?

Mike: Es war immer schon mein Anliegen, wenn möglich die Orte zu besuchen, über die ich schreibe. Ich bin kein „Schreibtischtäter“ sondern lege viel Wert auf Feldforschung. Es ist eben ganz was anderes, einen historischen Ort zu besuchen, als nur darüber zu lesen.

Spezielle Genehmigungen brauchte ich bisher noch nicht, da ich meistens frei zugängliche Orte besuche. Ich arbeite aber gern und oft mit Heimatforschern zusammen, die mich an weniger bekannte Orte führen.

Ausrüstung brauche ich bei meinen Touren nicht so viel, halt Outdoor – Bekleidung und für Höhlen oder alte Gebäude Taschen- und Stirnlampen.

Bücherwurm: Du warst mit deinen Forschungen nicht nur einfach in der Presse, was bei Autoren ganz normal ist, sondern du hast es dieses Jahr sogar in die Bildzeitung geschafft.

Wie schafft man es als Autor, solche Aufmerksamkeit durch die Medien zu erhalten und wie spannend ist eine solche Zusammenarbeit?

Mike: Das mit der „Bild“ ist schon eine tolle Werbung für mich. Seit 2012 gab es dort mittlerweile sieben Artikel über mich und meine Arbeit. Seinerzeit ist damals tatsächlich einer der Chefredakteur an mich herangetreten, der auf meine Bücher aufmerksam geworden war. Daraus hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt, die auch in Zukunft Bestand haben wird.

Die Fotoaufnahmen sind meisten äußerst amüsant, wenn auch langwierig und teilweise anstrengend. Da wir immer mit dem gleichen Fotografen arbeiten, läuft es aber mittlerweile sehr professionell ab. Für die Texte liefere ich dem Redakteur die entsprechenden Informationen. Er legt mir dann den Text vor der Veröffentlichung vor, damit alles seine Richtigkeit hat. Bisher gab es immer viel positive Resonanz auf die „Bild“-Artikel.

 Bücherwurm: Nun sind wir leider schon am Ende des Interviews. Zum Schluss müssen wir nun unbedingt noch wissen, an welchem Projekt du momentan arbeitest und wann wir mit einer Veröffentlichung rechnen können.

Mike: Im Herbst dieses Jahres erscheint mein nächste Buch „Mysterium Jonastal –
Auf der Suche nach dem Geheimobjekt „Olga“. Das Manuskript wird gerade im Verlag lektoriert.

Derzeit arbeite ich an einem Buch mit dem Arbeitstitel „Dämonen, Spuk und Exorzismus“. Wie der Titel schon verrät, geht es um Spukerscheinungen, Spukorte und geheimnisvolle Wesen, aber auch um den Volksaberglauben an Vampire und Werwölfe.

Mein Verlag, das „Brandenburgische Verlagshaus“, hat mir schon die Zusage der Veröffentlichung gegeben. Da es ein sehr großes Themenspektrum ist, wird das Buch wohl erst 2021 erscheinen.

 

Bücherwurm: Vielen Dank für das ausführliche und geduldige Interview und viel Erfolg bei deinen nächsten Projekten!

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