Kurt Diedrich ist von Hause aus Diplomgeologe und gleichzeitig Elektroniker und Hobby-Programmierer mit Leib und Seele, was sich auch in seinem Lebenslauf und seinen Tätigkeiten niederschlägt. Er hat viele Jahre hauptberuflich für einen Verlag elektronische Schaltungen entwickelt und beschrieben, mit Schwerpunkt der elektronischen Klangerzeugung und der Messtechnik. Dazu sind einige Bücher entstanden.

Doch abgesehen von der Technik interessiert sich Kurt Diedrich auch für grenzwissenschaftliche Themen, was sich beispielsweise in seinem aktuellen Buch „Mit Phantasie durchs Universum“ niedergeschlagen hat. Und Kurt Diedrich hat noch weit mehr zu bieten, denn er arbeitet nicht nur als Hobby-Forscher (ELF- und ULF-Signale), Hobby-Programmierer und professioneller Autor, sondern auch als Übersetzer (aus mehreren Sprachen ins Deutsche) und als Illustrator. Heute begrüßen wir ihn hier im Blog zu einem Interview.

 

Bücherwurm: Lieber Kurt, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. Du bist ja ein ziemlich beschäftigter Mann mit so vielen Projekten – und dann noch solchen technischen Schwerpunkten, mit denen sich viele Menschen eher schwertun.

Woher kommt dein Interesse für den Computer-Bereich? War das schon ein Thema, mit dem du dich seit deiner Kindheit beschäftigen wolltest, oder wann ist der Funke übergesprungen?

Kurt:

Ja, ich erinnere mich, dass ich schon als Zwölfjähriger wie elektrisiert reagierte, als ich im Radio zum ersten Mal etwas von einem „Elektronengehirn“, wie man Computer damals nannte, hörte. Kurz darauf begann ich bereits, mit kindlicher Phantasie die ersten „Pläne“ eines Computers auf das Schreib­maschinenpapier meiner Mutter zu zeichnen. Dabei ist es dann für viele Jahre erst einmal geblieben. So richtig gepackt hat es mich dann aber wieder zu Beginn der Achtziger-Jahre, als die ersten erschwinglichen „Homecomputer“ wie zum Beispiel der ZX81 auf dem Markt erschienen. Von da an hat mich das Hobby des Programmierens nicht mehr losgelassen.

 

Bücherwurm: Du hast neben technischen Arbeiten, Büchern und Übersetzungen auch grenzwissenschaftliche Bücher veröffentlicht, bei denen dir dein technisches und wissenschaftliches Hintergrundwissen vermutlich weiterhelfen. Oder ist es eher störend, wenn man sich für etwas Paranormales interessiert, was sich mit unseren bekannten Wissenschaften nur schwer oder auch gar nicht erklären lässt? Oder führt das sogar dazu, dass man für alles, notfalls mit Gewalt, eine „normale“ Erklärung aus dem Hut zaubert und die Phänomene „wegerklärt“?

Kurt:

Es ist eher so, dass mir meine naturwissenschaftlichen Kenntnisse immer sehr nützlich bei der Beschäftigung mit grenzwissenschaftlichen Themen waren. Ich bin dadurch besser in der Lage, zu unterscheiden, ob irgendwelche Aussagen zutreffen oder von jemandem stammen, dem die Unterscheidung zwischen Phantasie und Realität nicht mehr ganz leicht fällt. Außerdem erschien es mir immer sehr reizvoll, mir auch für die unmöglichsten (aber real beobachteten) Phänomene eine Physik bzw. ein Universum auszudenken, in welcher bzw. in welchem diese möglich wären. Von „Wegerklären“ also keine Spur. Dabei muss ich manchmal jedoch Ideen aufgreifen, die von vielen Menschen nicht mehr ganz nachvollziehbar sind, zum Beispiel die Theorie, dass unsere Realität nur eine Computersimulation sei. Dies gestaltet die Kommunikation mit Menschen, die sich bisher nur wenig mit diesen Themen beschäftigt haben, leider sehr schwierig bis unmöglich.

 

Bücherwurm: Bei deinem Interesse für Computer und Computergrafiken war es vermutlich nur ein kleiner Schritt, auch Illustrationen am PC zu erstellen, die in Büchern erschienen sind. Oder war das für dich ungewohnt oder anstrengender als deine anderen, üblichen Arbeiten mit Schaltgrafiken?

Kurt:

Nur ein kleiner Schritt: Zu meinen ersten Aktionen an meinem ersten Computer gehörten die Versuche, auch Grafik mit einfachen Mitteln auf den Bildschirm zu bringen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich bereits als Kind gerne gemalt und gezeichnet habe und (leider nur) im Zeichnen immer eine Eins hatte. Die computergenerierten Ergebnisse waren damals aufgrund der im Vergleich zu heute noch recht primitiv anmutenden Technik sehr bescheiden. Mit der Weiterentwicklung der Computer wurden jedoch auch meine Computergrafiken immer vorzeigbarer, so dass ich heute sogar in der Lage bin, für eine bekannte Fachzeitschrift nebenberuflich als Computergrafiker zu arbeiten und auch gerne allgemeine Aufträge zur Erstellung von Illustrationen (zum Beispiel für Bücher) annehme, wobei ich nicht nur technische Zeichnungen, sondern auch Gegenstände, Wohnungs­einrichtungen und Landschaften auf den Bildschirm bringe.

 

Bücherwurm: Gibt es bei den vielen spannenden Dingen, mit denen du dich bereits beschäftigst, noch weitere Themen, die dich interessieren, zu denen du aber möglicherweise aus Zeitgründen noch nicht gekommen bist? Also Stricken lernen oder ein Puzzle mit 10.000 Teilen zu legen, oder eine Weltreise machen? Was wäre so ein Wunsch von dir, den du dir noch erfüllen möchtest?

Kurt:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Begeisterung für Vieles mit zunehmendem Alter leider abnimmt. Die Projekte, die ich jedoch trotzdem gerne realisieren möchte, beschränken sich auf aktive, kreative und sinnvolle Dinge. Das Puzzle scheidet demnach aus. Ich würde mir wünschen, öfter auch wieder handwerklich tätig zu sein, anstatt nur noch am Computer zu sitzen: Zum Beispiel einen Schrank bauen, oder sogar mal wieder ein komplettes Haus renovieren (es wäre nicht das Erste). Mein Traum wäre es, an einer Expedition zur Erforschung grenzwissenschaftlicher Phänomene oder eines abgestürzten UFOs teilzunehmen, auch wenn mir bewusst ist, dass dies ziemlich unrealistisch ist. Aber das ist ja nun mal das Kennzeichen von Träumen. Auch der Besuch landschaftlich und historisch interessanter Orte in den USA steht zwar seit langem auf meiner Wunschliste, wird aber von meiner lästigen Flugangst leider verhindert.

 

Bücherwurm: Abgesehen von den großen Wünschen – gibt es auch kleine Freizeitbeschäftigungen oder Hobbys, an denen du dich erfreuen kannst? Was machst ein so vielbeschäftigter Mann, wenn er mal eine halbe Stunde Zeit für sich hat? Wie kannst du am besten entspannen?

Kurt:

Einfach nur Nichtstun hat es für mich eigentlich zum letzten Mal in meiner Jugend gegeben, als ich, wie es in dieser Lebensphase üblich ist, mit Freunden gerne einfach nur „herum hing“. Seitdem ist es mir immer langweilig, wenn ich nichts zu tun habe. Dennoch bin ich oft auch gerne passiv „beschäftigt“: Es macht mir zum Beispiel Spaß, einen guten Film anzuschauen (Lieblingsfilme: Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Der diskrete Charme der Bourgeoisie, Das Leben des Brian, Täglich grüßt das Murmeltier, Zurück in die Zukunft, Being John Malkovich und Ähnliche). So richtig entspannen kann ich mich auch beim Radfahren durch die Felder der Umgebung, beim Malen mit realem Pinsel und richtiger Farbe im Rahmen eines Kunstvereins, in welchem ich Mitglied bin – oder bei der Gartenarbeit, wobei ich auch vor Pflasterarbeiten und der Konstruktion von Zäunen nicht zurückschrecke. Auch aktiv Musik machen, selber Kochen, zum Italiener oder Chinesen Essen gehen oder eine „Shopping-Tour“ im Baumarkt stehen auf der Liste meiner Entspannungen ganz oben. Der Gipfel der Erholung sind für mich jedoch die Thaimassagen, die ich mir regelmäßig gönne, denn Wellness ist Lebensqualität.

 

Bücherwurm: Wir sind schon fast am Ende, lieber Kurt. Noch eine letzte Frage: an welchen Projekten arbeitest du gerade? Können wir demnächst eine neue Forschungsarbeit oder ein weiteres Buch von dir in Händen halten? Und falls ja, worum wird es dabei gehen?

Kurt:

Zurzeit sind meine eigenen Projekte durch meine gesteigerten nebenberuflichen Aktivitäten ein wenig in den Hintergrund geraten. Ich habe außerdem gerade ein neues Buch zum Thema „Programmierung in Processing“ geschrieben, das in Kürze veröffentlich wird und bin daher erst einmal etwas „erholungsbedürftig“. Vielleicht werde ich bald wieder an meinem Synthesizer-Projekt für Keyboard-Freunde weitermachen, ein Projekt, das ich auch auf meiner Webseite beschreibe. Es kann aber auch gut möglich sein, dass ich quasi über Nacht plötzlich wieder eine neue Idee zu einem neuen Thema habe und diese Idee dann auch sehr schnell in die Tat umsetze. Das Gebiet „Neuronale Netzwerke“ würde mich sehr interessieren, aber es ist sehr mühevoll, sich in diesen Bereich einzuarbeiten. Lassen wir uns überraschen.

 

Bücherwurm: Lieber Kurt, vielen Dank für deine Zeit und das Interview und ganz viel Erfolg bei deinen nächsten Projekten und der Verwirklichung deiner kleinen und großen Wünsche.

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