Dagmar „Daggi“ Geiselmann hat ein bewegtes Leben, auf das sie zurückblicken kann und das sie – neben einigen anderen Büchern – in ihrer spannenden Autobiografie in drei Teilen verarbeitet hat. Heute stellt sie sich den Lesern des Blogs im Interview vor.

Bücherwurm: Hallo zunächst, liebe Daggi, und danke, dass du dich unseren Fragen stellst.

Daggi: Lieben Dank, dass ich mich hier auf Remos und Danielas Blog vorstellen darf. Ich schätze beide als kompetente Autoren und nette Autorenkollegen, das schicke ich voraus, weil ich nachher noch einmal auf das Thema zurückkommen werde. 

FRAGE 1: Liebe Daggi, du wohnst und arbeitest in Kalabrien, aber du stammst eigentlich aus Deutschland. Kannst du etwas dazu sagen, wie und wo du aufgewachsen bist und warum du ausgewandert bist?

Daggi:  Ja, gerne. Also ich wurde 1963 in einer Kleinstadt in der Nähe vom Bodensee geboren und wuchs in einer gut-bürgerlichen Familie zusammen mit meinen drei Schwestern und meinem Bruder auf. Heute habe ich selbst eine große Familie mit 3 Mädchen und 2 Jungs. 1992 wanderte ich der Liebe wegen mit meinem Mann und unserer damals 2-jährigen Tochter in seine Heimat Kalabrien aus und habe diesen Schritt bis heute nicht bereut.

FRAGE 2: Hast du damals schon geschrieben?

ANTWORT: Nein, ich habe in Deutschland noch nicht geschrieben, ich habe erst in meiner neuen Heimat die Liebe zum Schreiben entdeckt. Daraus entstand meine Autobiografie in drei Teilen:  „Einfach nur ICH…ich habe überlebt“ „Einfach nur ICH…und ich lebe immer noch“ „Einfach nur ICH…Jeanette ein außergewöhnlicher Junkie“

Zum Abschluss meiner autobiografischen Buch-Serie erschien im Februar 2018: „Plötzlich war alles anders“ – Wie ich lernte mit der Angst zu leben.

FRAGE 3: Worum geht es in deinen Büchern?

Die Bände enthalten meine authentische, schonungslos offene Biografie, die Erfahrungen enthält, die viele lieber für sich behalten würden. Es geht um mein Leben als problembehafteter Teenager auf der Suche nach Liebe, meinen Fall zur Prostituierten und meinen Kampf, wieder aus diesem Sumpf herauszukommen und ein normales Leben zu führen.

Heute habe ich das alles hinter mir gelassen als Ehefrau und Mutter und mit meinem eigenen kleinen Unternehmen als Buchwerber, Autorin und der Vermietung einer Ferienwohnung. Lesen sie meine Biografie und sie werden sehen, welche Kämpfe ich gekämpft habe, die ich am Schluss als Sieger bestanden habe.

FRAGE 4: Warum gibst du so viel aus deinem privaten Leben preis?

ANTWORT: Weil ICH eben ICH bin und weil es anderen helfen soll, solche Horror-Erfahrungen zu vermeiden. Die Welt ist nicht nur heiterer Sonnenschein!

FRAGE 5: Du bist eine sehr starke Frau, die sagt, was sie denkt. Das ist sehr mutig von dir. Aber du hast ja auch einen Roman über die Mafia veröffentlicht: „´Ndrangheta – In den Krallen der kalabrischen Mafia“. Warum schreibst du auch über die kalabrische Mafia? Ist das nicht gefährlich für dich? Oder ist der Roman frei erfunden?

ANTWORT: Es handelt sich natürlich um einen Roman mit Realitätsbezug. Und, ja, es ist sehr gefährlich, aber auch hier gilt für mich, dass ich nicht aus meiner Haut kann. Ich werde auch das überleben und Drohungen oder Ähnliches zur Anzeige bringen, wenn es so etwas geben sollte. Bisher ist aber noch nichts passiert.

FRAGE 6: Als Autor gilt immer „nach dem Buch ist vor dem Buch“. Kannst du schon etwas über dein nächstes Projekt verraten? Wird es wieder etwas aus deinem persönlichen Leben sein?

ANTWORT: Im nächsten Buch werde ich ein ganz heißes Eisen anfassen, das mir vermutlich wieder Ärger einbringen wird. Dazu muss ich kurz ausholen: Vielleicht habt ihr es auf Facebook verfolgt, dass ich dort, genau wie in meinen Büchern, nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg halte. Ich habe mir erlaubt, mich als Italienerin und Betroffene zu der Flüchtlingsproblematik und der Politik von Salvini zu äußern. Aber das war wohl eine schlechte Idee …

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich in dieser Angelegenheit nicht neutral bleiben kann? Weil ich hier lebe, wo diese armen Flüchtlinge ankommen! Weil ich kein Rassist bin, aber Italien nicht mehr länger die ganze Welt aufnehmen kann. Ich bin keinesfalls ein Rassist, das wurde mir dennoch vorgeworfen. Dabei sprach ich vom Müllplatz der Welt für alle Menschen in Italien und mir wurde das so ausgelegt, als ob ich Flüchtlinge als Müll der Welt bezeichnen würde.

Daher darf ich euch exklusiv verraten: Mein nächstes Buch wird das Flüchtlingsthema aufgreifen, klar und deutlich erklären, wo ich stehe, aber nicht als Biografie, sondern als spannender Thriller.

Bücherwurm: Liebe Daggi, das klingt spannend, wird dir aber sicherlich eine Menge Ärger einbringen. Wir haben aber gesehen, dass du bei allem, was du tust, zu deiner Meinung stehst und diese offen und ehrlich zum Ausdruck bringst. Viel Erfolg für dieses neue Projekt und vielen Dank für das offene Interview!

Daggi: Vielen Dank für die guten Wünsche und das Interview.

 

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